Pflegeversicherungsgesetz 2018

Seit dem 01.01.1995 ist das Pflegeversicherungsgesetz im elften Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB X|) verankert. Wer und unter welchen Umständen Leistungen der Pflegekassen hinsichtlich Pflege in Anspruch nehmen darf ist hier genau festgelegt. Wenn Sie mehr erfahren möchten, erhalten Sie hier eine Übersicht zu den entscheidenden Inhalten. So regelt zum Beispiel  Paragraf 18 SGB XI die Feststellung zu Pflegebedürftigkeit.

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Pflegeversicherungsgesetz regelt die Pflegeversicherung

Pflegeversicherungsgesetz 2017

Pflegeversicherungsgesetz 2017

Als fünfte Säule der gesetzlichen Sozialversicherung fungiert die Pflegeversicherung. Träger dieser sind die Pflegekassen, die wiederum bei den Krankenkassen untergebracht sind. Alle Versicherungsnehmer einer gesetzlichen Versicherung sind Mitglied einer solchen Pflegekasse. Privatversicherte müssen sich zusätzlich gegen die Risiken einer Pflegebedürftigkeit versichern.

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Wer ist leistungsberechtigt

Wer aufgrund von Behinderung oder Krankheit dauerhaft im täglichen Leben auf Hilfe angewiesen ist gilt als leistungsberechtigt. Im Pflegegesetz ist geregelt, dass vor den eigentlichen Pflegeleistungen Maßnahmen zu Prävention und Rehabilitation vorranging sind. Außerdem soll vor der vollstationären Pflege die teilstationäre oder sogar die häusliche Leistung bevorzugt werden.

Leistungen für vollstationären und teilstationäre Pflege ab 01.01.2018:

LeistungsbetragPG IPG IIPG IIIPG IVPG V
teilstationär 689€ 1.298€1.612€ 1.995€
vollstationär125€ 770€1.262€1.775€2.005€

Großes Angebot an Versicherungsleistungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz 2018

Es gibt im Versicherungsfall für den Versicherungsnehmer eine Vielzahl von Möglichkeiten. So haben Betroffene die Wahl zwischen Pflegesachleistungen oder entsprechenden Geldern, wenn sie von Verwandten gepflegt werden. Außerdem hat er ein Recht darauf zu wählen welche allgemein zugelassene Pflegeeinrichtung ihn betreut. Zu unterscheiden sind:

Pflegegelder für Angehörige oder selbstbestimmte Pflegehilfen

Wird ein Versicherungsnehmer zu Hause von einem Dritten gepflegt, den er selbst bestimmt hat, so kann er ein Pflegegeld beantragen. Mit diesem soll die hauswirtschaftliche Versorgung und die Grundpflege garantiert werden. Die monatlichen Zahlungen belaufen sich seit dem 01.01.12 wie folgt auf:

  • 235 € für Pflegestufe I
  • 440 € für Pflegestufe II
  • 700 € für Pflegestufe III

Seit dem 01.01.2017 gibt es neue Pflegegrade und mehr Leistungen für pflegebedürftige Personen:

PflegegradmonatlicheLeistung
PflegegeldPflegedienst
ohne Demenz
II316€689€
III545€1.298€
IV728€1.612€
mit Demenz
II316€689
III545€1.298€
IV728€1.612€
V901€1.995€
V (Härtefall)901€1.995€

Ersatzpflege: wenn die pflegende Person verhindert ist
Wurde ein Pflegebedürftiger bereits sechs Monate in seiner gewohnten Umgebung von einer ehrenamtlich arbeitenden Person gepflegt,  hat er Anspruch auf eine Pflegevertretung, wenn die pflegende Person durch Krankheit oder auch Urlaub verhindert ist. Diese darf für 28 Tage im Jahr aushelfen, solange der Betrag 1.510 € nicht überschreitet.

Pflegegeld ab 2018

  • Pflegestufe I Pflegegrad 2 244 € 316 € 316 €
    Pflegestufe II Pflegegrad 3 458 € 545 € 545 €
    Pflegestufe III Pflegegrad 4 728 € 728 € 728 €
    Härtefall Pflegegrad 5 – 901 € 901 €
    Pflegestufe 0 (mit Demenz) Pflegegrad 2 123 € 316 € 316 €
    Pflegestufe I (mit Demenz) Pflegegrad 3 316 € 545 € 545 €
    Pflegestufe II (mit Demenz) Pflegegrad 4 545 € 728 € 728 €
    Pflegestufe III (mit Demenz) Pflegegrad 5 728 € 901 € 901 €
    Härtefall Pflegegrad 5 728 € 901 € 901 €

Alternative: Pflegesachleistung

Statt eines Pflegegeldes kann auch eine Pflegesachleistung in Anspruch genommen werden. Hierbei wird der zu Pflegende von einer Einrichtung (z.B. Pflegestation oder Sozialstation) durch ausgebildete Pflegekräfte unterstützt, die vorher von der Pflegekasse festgesetzt wurde. Die Mitarbeiter dieser Einrichtung übernehmen die hauswirtschaftliche Versorgung und die Grundpflege. Monatlich können folgende Höchstsätze gezahlt werden:

450 € für Pflegestufe |
1.100 € für Pflegestufe ||
1.550 € für Pflegestufe |||
1.918 € für Härtefälle
Vergütet wird in der Regel einmal am Tag.

Neue Pflegesachleistungen ab 2017:

  1. Pflegegrad II: 698€
  2. Pflegegrad III: 1298€
  3. Pflegegrad IV: 1612€
  4. Pflegegrad V: 1995€

Leistungen sind auch kombinierbar

Für jeweils einen Zeitrahmen von sechs Monaten kann der Pflegebedürftige entscheiden ob und wenn ja in welchem Verhältnis er Pflegegeld und Pflegesachleistung kombinieren möchte. Nimmt er die Kombinationsleistung in Anspruch so wird prozentual berechnet wie viel Pflegegeld ihm anteilig bei einer teilweise ausgeführten Pflegesachleistung noch zusteht. Nach einem halben Jahr kann wieder neu entschieden werden.

Statt ambulanter Pflege: Vollstationäre Pflege

Hier übernimmt die Pflegekasse für eine vollstationäre Einrichtung die Kosten der Grund- und Behandlungspflege, der hauswirtschaftlichen Versorgung und die der sozialen Betreuung. Monatlich werden, angeglichen an die Pauschale der Leistungsbeträge, höchstens ausgezahlt:

  • 1.023 € für Pflegestufe |
  • 1.279 € für Pflegestufe ||
  • 1.550 € für Pflegestufe |||
  • 1.550 € in Härtefällen

Die neuen Leistungen der stationären Pflege:

Pflegegradmonatliche Leistung
ohne Demenz
II770
III1262
IV1775
mit Demenz
II770
III1262
IV1775
V2005
V (Härtefall)2005

Unterstützung durch Tages- oder Nachtpflege

Dem Vorsatz folgend häusliche Pflege der stationären vorziehen, gibt es teilstationäre Tages- und Nachtpflegen. Auch Angehörige können so entlastet werden. Diese Pflege sichert auch den Transport des Pflegebedürftigen. Er wird von seiner Wohnung zur Einrichtung gefahren und wieder zurück gebracht. Weitere Informationen zur Tages- und Nachtpflege (Bedingungen und Leistungen).

Finanzierung: Pauschalbeträge und Auflagen

Die Pflegeversicherung finanziert sich über Zahlungen von Pauschalbeiträgen an die Pflegekassen, die unter dem Dach der Krankenkassen arbeiten. Oft sind diese Pauschalbeträge nicht bedarfsdeckend. Um Pflegeleistungen zu erhalten muss der Pflegebedürftige zwei Jahre in den letzten zehn Jahren in eine Pflegekasse eingezahlt haben oder familienversichert gewesen sein.

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Verschiedene Pflegestufen

Wie Sie bereits oben gelesen haben, werden drei Pflegestufen differenziert. Entsprechend dieser Pflegestufe können Leistungen empfangen werden. Diese hängen vom Grad und Dauer der Bedürftigkeit ab. Die entsprechende Pflegestufe muss zunächst ermittelt werden. Dieses geschieht folgender Maßen:

Die Feststellung eines Pflegefalls

Für die Feststellung eines Pflegefalls genügt eine einfache Diagnose nicht. Sie unterliegt Pflegebedürftigkeits- und Begutachtungsrichtlinien. Ob aufgrund dem diagnostiziertem Befund eine Pflegebedürftigkeit ausgelöst wird entscheidet aber letztlich der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung). Ebenfalls erfolgt die Einteilung in eine der Pflegestufen.

Nächste Schritte

Daraufhin wird der Versicherte von seiner Pflegekasse informiert ob der MDK seinem Antrag stattgibt. Schätzen Sie das Ihnen vorliegende Ergebnis als unpassend ein, so haben Sie die Möglichkeit Widerspruch einzulegen. In diesem Fall sollten Sie sich direkt mit Ihrer Pflegekasse in Verbindung setzen.

Übersicht Pflegestufen

Im Folgenden erhalten Sie einen kurzen Überblick über die verschiedenen Pflegestufen, die Ihnen bei einer ersten persönlichen Einschätzung helfen können:

Pflegestufe 1

Pflegebedürftige dieser Pflegestufe sind erheblich pflegebedürftig. Sie brauchen mindestens einmal täglich Hilfe in zwei der drei folgenden Bereiche: Mobilität, Ernährung und Körperpflege. Zusätzlich benötigen sie mehrfach wöchentlich Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. Durchschnittlich (auf die Woche berechnet) bedeutet das etwa eine Pflegezeit von mindestens 90 Minuten am Tag für Familienangehörige und/ oder ungelernte Pflegekräfte. Davon sollen mindestens 45 Minuten auf die Grundpflege (Mobilität, Ernährung und Körperpflege) entfallen.

Pflegestufe 2

Pflegebedürftige dieser Pflegestufe sind schwer pflegebedürftig. Sie brauchen aus dreimal täglich Hilfe bei ihrer Mobilität, Ernährung und Körperpflege. Diese brauchen sie zu unterschiedlichen Tageszeiten. Außerdem benötigen sie wöchentlich mehrfach Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. Durchschnittlich (auf die Woche berechnet) bedeutet das etwa eine Pflegezeit von mindestens drei Stunden am Tag für Familienangehörige und/ oder ungelernte Pflegekräfte. Davon sollen mindestens zwei Stunden auf die Grundpflege (Mobilität, Ernährung und Körperpflege) entfallen.

Pflegestufe 3

Pflegebedürftige dieser Pflegestufe sind schwerst pflegebedürftig. Sie brauchen in den drei Bereichen Mobilität, Ernährung und Körperpflege stets Hilfe. Dieses gilt auch für die Nacht. Ebenfalls benötigen sie mehrfach wöchentlich Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. Durchschnittlich (auf die Woche berechnet) bedeutet das etwa eine Pflegezeit von mindestens fünf Stunden am Tag für Familienangehörige und/ oder ungelernte Pflegekräfte. Davon sollen mindestens vier Stunden auf die Grundpflege (Mobilität, Ernährung und Körperpflege) entfallen.

Die neuen Pflegegrade ab 2017

PflegestufePflegegrad
Neu ab 2017I
Pflegestufe 0 + III
Pflegestufe I + eingeschränkte Alltagskompetenz + IIIII
Pflegestufe II + eingeschränkte Alltagskompetenz + IIIIV
Pflegestufe III + eingeschränkte Alltagskompetenz & III mit HärtefallV

Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG)

Am 28.03.12 beschließt das Bundeskabinett einen Gesetzesentwurf zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung. Dieses nennt sich Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz, kurz PNG. Ein besonderes Augenmerk wird bei dieser Reform auf die flexiblere Gestaltung von Pflegeversicherungen gelegt. Außerdem soll die medizinische Versorgung in den dafür vorgesehenen Einrichtungen verbessert werden.

Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff

Es wird soll zudem ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff etabliert werden, der sich besonders an den Bedürfnissen von Demenzkranken orientiert. Hier soll die Pflege erheblich verbessert werden. Bereits ab dem 01.01.13 erhalten Menschen mit Demenz und psychischen Erkrankungen mehr Leistungen. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unten stehendem Link: https://www.pflegeversicherung-heute.de/

Das Pflegeversicherungsgesetz im Jahr 2017

Das Sozialgesetzbuch regelt die Ansprüche auf Pflege. In verschiedenen Abschnitten werden die Voraussetzungen zur Inanspruchnahme der Pflegeversicherung (siehe §18 SGB XI) definiert. Es ist gut sich schon vor einer Pflegebedürftigkeit über die Anforderungen und Leistungen dieser Versicherung informiert zu haben. Die neuen Tarife aus dem Pflegeversicherungsgesetz 2017 auch unter www.pflegeversicherung-heute.de im Vergleich.

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Quellen zum Thema Pflegeversicherungsgesetz