Pflegeversicherung 2014 & 2015

Krankenschwester redet mit Mann im RollstuhlPflegeversicherung 2014- Aktuellen Modellrechnungen zufolge wird sich die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland fast verdoppeln. Gibt es derzeit weit mehr als 2,5 Millionen Pflegebedürftige, so prognostiziert das Statistische Bundesamt für das Jahr 2050, dass 4,5 Millionen Menschen auf Pflege angewiesen sein werden. Auf Grund des demographischen Wandels gibt es seit 2013 auch etliche Änderungen im Bereich der gesetzlichen und privaten Pflegeversicherung. Ob die Pflegereform eine bessere Versorgung mit sich bringt, erfahren Sie nun hier. Die maximalen Zuzahlungen vom Staat betragen bei Pflegebedürftigkeit 1.550 Euro im Monat. Ein Platz im Pflegeheim kostet jedoch bis zu 3.500 Euro. Die Lücke von bis zu 2.000 Euro monatlich muss privat mit einer Pflegeversicherung geschlossen werden.

Unser Experte berät Sie gerne zu den Möglichkeiten einer Pflegeversicherung, dazu können Sie ganz unverbindlich das folgende Formular ausfüllen, um eine Einschätzung zu erhalten.

Staatlich geförderte Pflegeversicherung 2014 in den letzen Jahren

Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt nur einen Teil der Kosten im Pflegefall. Die Versorgungslücken können nun mit staatlicher Unterstützung ausgeglichen werden. Seit dem 01.01.2013 gibt es daher eine vom Staat geförderte Pflegezusatzversicherung. Mit einem Zuschuss von 60 Euro jährlich bzw. 5 Euro im Monat soll mit dem Pflege-Bahr ein Anreiz für die private Vorsorge geschaffen werden.

  • Tarife müssen hierfür als Pflegetagegeldversicherung angeboten werden
  • Wartezeit liegt bei maximal 5 Jahren
  • Versicherungsnehmer müssen nur einen Mindest-Eigenanteil von 10 Euro zahlen, um den Zuschlag zu erhalten

Vorteilhafte Regelungen rund um den Pflege-Bahr

Einige von der Bundesregierung gesetzten Mindestanforderungen bringen allerdings auch Vorteile mit sich. So müssen die Krankenversicherer unter anderem Leistungen in allen Pflegestufen für Pflegende anbieten:

Tarifliche Leistungen bei:

  1. Pflegestufe 0: 10 Prozent
  2. Pflegestufe I: 20 Prozent
  3. Pflegestufe II: 30 Prozent
  4. Pflegestufe III: 100 Prozent

Die Versicherung verzichtet zudem auf ein ordentliches Kündigungsrecht, auf eine Risikoprüfung bis hin zu einem Risikozuschlag oder gar einem Leistungssauschluss. Für Versicherte ab dem 18. Lebensjahr besteht bei der privaten Krankenversicherung ein Aufnahmezwang. Lediglich bei Demenz oder einer bereits vorliegenden Pflegebedürftigkeit spielt der Gesundheitszustand keine Rolle. Dennoch hat die Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe 05/2013 bekannt gegeben, dass die Konditionen einer ungeförderten Pflegeversicherung besser sind (mehr zum Pflegeversicherung Test).

Angehörige und Kinder in der Pflicht

Senior im Rollstuhl liest Buch

Betrachtet man die Statistik, so ist jeder zweite Bürger einmal in seinem Leben auf Pflege angewiesen. Zunächst übernehmen Angehörige oder die Kinder die Pflege von zu Hause aus. In diesem Fall gibt es von der Sozialversicherung ein festgeschriebenes Pflegetagegeld. Sollte der Pflegende nun allerdings auf eine ambulante oder stationäre Pflege angewiesen sein, so deckt die Krankenversicherung nur einen Teil der Kosten. Das Pflegetagegeld fällt wesentlich geringer aus als die tatsächliche Aufwendung im Pflegefall. Die Differenz muss mit der eigenen Rentenversicherung beglichen werden. Wenn die Rente nicht mehr reicht, zahlen die Angehörigen bzw. die Kinder die Kosten im Pflegefall.

 

Leistungen nach Pflegestufe

Der Anspruch auf Leistung bei der Pflegekasse unterscheidet sich nach der sogenannten Alltagskompetenz bzw. mit eingeschränkter Alltagskompetenz. Das Pflege-Neuausrichtungsgesetz (PNG) sieht ab 2013 folgendes Pflegegeld im Pflegefall mit Alltagskompetenz vor:

  1. Pflegestufe 0: kein Anspruch
  2. Pflegestufe I: 235 EUR
  3. Pflegestufe II: 440 EUR
  4. Pflegestufe III: 700 EUR

Pflegesachleistungen:

  1. Pflegestufe- 0 kein Anspruch
  2. Pflegestufe I- maximal 450 EUR
  3. Pflegestufe II- maximal 1.100 EUR
  4. Pflegestufe III- maximal 1.550 EUR

Ambulante Pflegesachleistungen umfassen unter anderem den monatlichen Anspruch auf eine häusliche bzw. ambulante Pflegehilfe.

Monatliche Kosten belaufen sich auf bis zu 3.500 Euro für ein Pflegeheim. Es entsteht eine große finanzielle Lücke, die geschlossen werden muss.

Stationäre Pflege in einem Pflegeheim

Lachende Seniorin im SeniorenheimWenn Angehörige überfordert sind mit der häuslichen Pflege, dann sollte der Betroffene in einem stationären Pflegeheim unterkommen. Die gesetzliche Sozialversicherung sieht bei Unterbringung in einem Pflegeheim folgende finanzielle Leistungen vor:

  1. Pflegestufe I: 1.023 EUR
  2. Pflegestufe II: 1.279 EUR
  3. Pflegestufe III: 1.550 EUR
  4. Härtefall: 1.918 EUR

Mit zunehmenden Pflegestufen steigt auch der Eigenanteil der pflegebedürftigen Menschen und des Angehörigen für die Unterkunft. Auch hier kommt eine private Pflegeversicherung für die Differenz auf.

Aktueller Beitragssatz laut Beitragsbemessungsgrenze

Mit Inkrafttreten der Pflegereform zum 01. Januar 2013 steigt auch der Beitragssatz für die gesetzliche Pflegeversicherung um 0,1 Punkte für Arbeitnehmer. Kinderlose Versicherungsnehmer zahlen statt 2,2% (Stand 2012) mittlerweile 2,3% (Arbeitnehmeranteil liegt bei 1,275 Prozent) für die gesetzliche Pflegeversicherung. Alle anderen Versicherten zahlen nun im Vergleich zum Vorjahr 2,05 Prozent. Gesunken sind hingegen die Beiträge für die Rentenversicherung. In Sachsen liegt der Arbeitnehmeranteil bei 1,525%.

Mehr Geld für Menschen mit Demenz

Schwierig bei der Sozialversicherung ist immer wieder die Anerkennung einer Pflegestufe für Demenzkranke gewesen. Sind sie körperlich in der Regel noch ziemlich fit, so benötigen sie doch einen großen Aufwand an Pflege. Aus Sicht der Sozialversicherung hatten die Betroffenen jedoch keine Anerkennung auf eine Pflegestufe von mehr als 0 finden können. Im Zuge der Pflegereform ändert sich nun auch der Anspruch für Demenzkranke in Form einer verbesserten Finanzierung.

Demografische Entwicklung in Deutschland

Die Entwicklung der Pflegebedürftigkeit in Deutschland ist alarmierend. Hat es im Jahre 2007 noch 2,2 Millionen Menschen gegeben, die auf Hilfe angewiesen waren, so waren es 2012 bereits 2,5 Millionen (Quelle). Es wird für das Jahr 2020 davon ausgegangen, dass die 3-Millionen-Marke überschritten wird. Die Lücken der gesetzlichen Versorgung können nur noch mit einer privaten Pflegezusatzversicherung oder Pflegetagegeld ausgeglichen werden. Auch die Bundesregierung hat die Zeichen der Zeit erkannt und den Pflege-Bahr ins Leben gerufen. Schade ist nur, dass die Fachzeitschrift in den Tarifen wesentlich schlechtere Konditionen erkannt hat. Zum genauen Vergleich der Pflegeversicherung geht es auch hier.

Pflegeversicherung 2014

Die Zukunft lässt nichts Gutes erahnen. Die Anzahl an Pflegebedürftigkeit wird in den nächsten Jahren noch deutlich zunehmen. Die Begründung liegt in der demografischen Entwicklung begründet. Grund genug die Pflegeversicherungen zu vergleichen. Aber gerade bei den Pflege-Bahr-Policen ist Vorsicht geboten. Zu den pesten privaten Zusatzversicherungen geht es auch hier.

Neue Regelungen in der Pflegeversicherung ab 2015Krankenschwester redet mit Mann im Rollstuhl

Mitte 2014 wurden viele Veränderungen in der Pflegeversicherung auf den Weg gebracht: Ab dem 1. Januar 2015 werden für eine bessere Pflege die Leistungen der Versicherung deutlich angehoben. Die nach SGB XI für alle Deutschen verpflichtende Versicherung wird dann nicht nur in Kosten in höherem Umfang erstatten. Die Erstattungen werden auf Angebote ausgeweitet, die Betroffene bisher selbst zahlen mussten – dies gilt besonders für die Pflegestufe 0.

Teil der Sozialversicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist Teil der deutschen Sozialversicherung. Hierzu zählen:

  • 1. Gesetzliche Krankenversicherung
  • 2. Pflegeversicherung
  • 3. Gesetzliche Unfallversicherung
  • 4. Deutsche Rentenversicherung
  • 5. Pflegeversicherung

Wer Anspruch auf Leistungen hat

Anspruch auf Pflegegeld (dies regelt SGB XI) haben Personen “die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße (§ 15) der Hilfe bedürfen.“

header_logo_pvhSPD und CDU beschließen neues Gesetz

Ab dem 1. Januar 2015 haben gesetzlich Versicherte, auf die diese Definition zutrifft und deren Pflegebedürftigkeit von einem Gutachter bestätigt wurde, Anspruch auf höhere Leistungen. Bestimmte Betreuungsangebote oder Umbaumaßnahmen werden in weitaus höherem Maße bezuschusst, als dies vorher der Fall war. Damit soll sicher gestellt werden, dass Pflegebedürftige eine angemessene Versorgung bekommen.

Weiterhin private Versicherung nötig

Allerdings ist die gesetzliche Pflegeversicherung auch weiterhin nicht als „Vollkasko-Versicherung“ gedacht. Das bedeutet, auch nach der Reform können nicht alle Kosten von der Versicherung getragen werden. Dies bedeutet, auch in Zukunft ist man nur mit einer privaten Vorsorge auf der sicheren Seite. Allein auf die Pflegepflichtversicherung kann man sich keinesfalls verlassen. Je nach Pflegestufe bleiben 1000 bis weit über 2500 Euro, die selbst aufgewendet werden müssen.

Beitrag steigt an

Dennoch: Die Leistungen der gesetzlichen Pflegekassen werden deutlich umfangreicher. Einziger Wermutstropfen: Die hohen Kosten der Pflegereform müssen durch höhere Beiträge finanziert werden. In einer ersten Stufe soll der Beitragssatz um 0,3 Punkte angehoben werden, in der zweiten Stufe steigt der Beitrag zur Pflegekasse nochmals um 0,2 Prozent. In der folgenden Übersicht finden sich die aktuellen und zukünftigen Beitragssätze:

Check: Um wie viel der Beitrag erhöht wird

Für Personen mit Kindern Für Kinderlose
Beitragssatz aktuell seit 2013 2,05 Prozent 2,35 Prozent
Nach der 1. Phase der Pflegereform 2,35 Prozent 2,65 Prozent
Nach der 2. Phase der Pflegereform 2,55 Prozent 2,85 Prozent

Hilfe auch für Angehörige

Menschen, die zuhause von ihren Freunden, Angehörigen oder ehrenamtlichen Pflegepersonen betreut werden, bekommen ab dem kommenden Jahr mehr Geld. Nicht nur für die Pflegebedürftigen, sondern auch für die pflegenden Personen soll es mehr Hilfe geben. So können sich pflegende Angehörige mehr Auszeit nehmen, um auch bei intensiver Pflege auch am sozialen Leben teilzunehmen.

Erhöhung 2015 bei Pflege durch Angehörige

Folgende Leistungen werden ab kommendem Jahr ausgezahlt:

  • Pflegestufe 0 (mit Demenz): 123 Euro
  • Pflegestufe I: 244 Euro bzw. mit Demenz: 316 Euro
  • Pflegestufe II : 458 Euro bzw. mit Demenz: 545 Euro
  • Pflegestufe III: mit und ohne Demenz: 728 Euro

SGB XI, § 3: Häusliche Pflege hat VorrangSenior im Rollstuhl liest Buch

Nach § 3 des elften Buchs des elften Buchs des Sozialgesetzbuchs (SGB) soll jede Person nach Möglichkeit zuhause und von ihr nahestehenden Pflegepersonen gepflegt werden: „Die Pflegeversicherung soll mit ihren Leistungen vorrangig die häusliche Pflege und die Pflegebereitschaft der Angehörigen und Nachbarn unterstützen, damit die Pflegebedürftigen möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung bleiben können.“

Pflegedienst

Ist die Pflege durch Freunde oder die Angehörigen wie den Partner bzw. die Partnerin die eigenen Kinder nicht möglich, springt ein Pflegedienst ein. Die Leistung wird dann direkt mit der Pflegekasse abgerechnet, das Geld steht den Versicherten nicht zur freien Verfügung – daher spricht man von einer Pflegesachleistung. Auch hier stehen ab Januar 2015 höhere Leistungen zur Verfügung.

Mehr Leistung bei ambulanter Pflege

  • Pflegestufe 0 bei eingeschränkter Alltagskompetenz (Demenz): 231 Euro
  • Pflegestufe I: 468 Euro bzw. mit Demenz: 689 Euro
  • Pflegestufe II: 1144 Euro bzw. mit Demenz: 1.298 Euro
  • Pflegestufe 3: 1612 Euro mit und ohne Demenz
  • Härtefall: 1995 Euro mit und ohne Demenz

Pflegeheim: Besonders teuer

Wenn eine häusliche Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst oder selbst beschaffte Pflegepersonen nicht möglich oder nicht sinnvoll ist, wird die Unterbringung im Pflegeheim nötig. Die Pflegeversicherung vom Staat übernimmt dabei nur die Kosten der Grundpflege selbst, Unterbringung und Verpflegung müssen privat bezahlt werden.

Togetherness1.750 Euro aus eigener Tasche sind der Durchschnitt

Bei Personen, die Betreuung und Versorgung rund um die Uhr benötigen, ist ein Pflegeheim oft die einzige Möglichkeit. Allerdings sind Pflegeheime sehr teuer. Die Kosten sind von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich. In Nordrhein-Westfalen Westfalen liegen sie bei 4.000 Euro im Durchschnitt, in Sachsen-Anhalt 2.500 Euro. Allerdings können die tatsächlichen Kosten je nach Aufwand sehr viel höher liegen. Im Bundesdurchschnitt liegen sie bei 1.750 Euro.

Diese Kosten werden bei stationärer Pflege übernommen

Patienten mit und ohne Demenz erhalten bei stationärer Pflege die gleichen Leistungen. Kosten für Pflegeleistungen werden ab 2015 bis zur folgenden Höhe übernommen:

  • Pflegestufe 1: 1064 Euro
  • Pflegestufe 2: 1330 Euro
  • Pflegestufe 3: 1612 Euro
  • Härtefall: 1995 Euro

Laut Gesetz müssen auch Angehörige zahlen

Wer zum Pflegefall wird, muss alle zusätzlich anfallenden Kosten selbst tragen. Reicht das eigene Einkommen bzw. die Leistungen aus der Rentenversicherung nicht aus, muss zunächst der Partner oder die Partnerin einspringen. Ist auch dies nicht möglich, zahlen die Kinder. Angehörige sind gesetzlich verpflichtet, zu zahlen. Sie dürfen nur einen kleinen Teil ihres Einkommens behalten, den sie zum Leben brauchen.

Familien kommen durch Pflegekosten oft in finanzielle BedrängnisPflegeversicherung Test Pflegelücke

Bei mehreren Zehntausend Euro Kosten im Jahr bleibt vom eigenen Einkommen oft nicht viel übrig. Die Finanzierung des Pflegeheims bedeutet für viele Familien eine finanzielle Belastung, die sie kaum schultern können. Daher ist wichtig, rechtzeitig eine umfassende Beratung in Anspruch zu nehmen und eine gute Pflegeversicherung zu finden. Ohne zusätzliche Versicherung riskiert man nicht nur, im Alter schlecht versorgt zu sein, sondern auch, die Familie mit hohen Zahlungen zu belasten.

Mehr als 400.000 Menschen können die Pflege nicht selbst zahlen

Wenn Geld von Angehörigen und Pflegekasse nicht reichen, um Betreuung und Pflegeleistungen zu bezahlen und keine private Pflegeversicherung vorhanden ist, werden die übrigen Kosten vom Sozialamt übernommen. 2012 erhielten mehr als 439.000 Menschen in Deutschland einen Zuschuss von den Sozialämtern. Die Kosten stiegen um 4,5 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen die steigende Anzahl an Personen, die im Alter auf Sozialhilfe angewiesen sind. Viele davon, obwohl sie ihr ganzes leben gearbeitet haben.

Verbesserungen bei Pflegehilfsmitteln

Im Gegensatz zu 2014, wo Pflegehilfsmittel in einem maximalen Umfang von 31 Euro erstattet wurden, sind nun 40 Euro monatlich vorgesehen. Diese Kosten werden nur dann von der Pflegeversicherung übernommen, wenn die Krankenkasse die Hilfsmittel nicht erstattet. Als Pflegehilfsmittel gelten zum Beispiel Einmal-Handschuhe und ähnliche Produkte, die zur pflege erforderlich sind.

Man under rain holding umbrellaUmbaumaßnahmen

Wer zum Pflegefall wird, ist körperlich oft erheblich eingeschränkt. Nicht nur die Aufwendungen für die Pflegekosten stellen eine finanzielle Belastung dar, oft müssen auch noch Umbaumaßnahmen bezahlt werden, um die Wohnung barrierefrei zu machen. Bisher wurden hierfür Leistungen bis zu gut 2500 Euro gewährt. Ab kommendem Jahr werden Umbaumaßnahmen in einem Umfang bis zu 4000 Euro bezuschusst.

Bis zu 6000 Euro mehr bekommen

In einer Wohngemeinschaft von mehreren Pflegebedürftigen galt bisher die Obergrenze von 10.228 Euro für Umbaumaßnahmen. Ab 1. Januar 2015 übernehmen die Pflegekassen Maßnahmen bis zu 16.000 Euro, das ist ein Plus gegenüber 2014 von nahezu 6000 Euro. Das Geld kann beispielsweise für ein behindertengerechtes WC, Rampen oder andere Umbauten verwendet werden.

Für Personen mit Demenz wird das Angebot wird stark verbessert

Sehr viele Verbesserungen gibt es für Personen, die an Demenz leiden. Erstmals sind sie berechtigt, bei teilstationärer Pflege Leistungen zu erhalten. Im Gegensatz zur vollstationären Pflege verbringen hier die Patienten einen teil des Tages bzw. der Nacht zuhause. So kann beispielsweise der pflegende Angehörige tagsüber seinem Beruf nachgehen, der Pflegebedürftige kommt für diese Zeit in eine Einrichtung. Abends wird der betroffene dann wieder nach Hause gebracht und in häuslicher Umgebung gepflegt.

Auch Tages- und Nachtpflege in 2015 möglichLachende Seniorin im Seniorenheim

Bisher gab es für dementiell erkrankte mit Pflegestufe 0 lediglich Leistungen im Rahmen der häuslichen Pflege. Stationäre oder teilstationäre Leistungen wurden nur in den anderen Pflegestufen bewilligt. Demente Personen können jetzt ebenfalls von Tages- und Nachtpflege profitieren und auch die Angehörigen, die z. B. ihre Eltern pflegen, werden so entlastet.

Leistungen werden nicht aufeinander angerechnet

Zudem werden generell Pflegegeld bzw. Pflegesachleistungen für einen ambulanten Pflegedienst nun unabhängig voneinander ausbezahlt und nicht mehr miteinander verrechnet. Dadurch kann sich ein Plus vom unterm Strich 900 Euro zusätzlich im Monat ergeben. Wurden in der dritten Stufe bisher maximal 2.323 Euro bezahlt, sind es nun knapp 900 Euro mehr, nämlich 3.224 Euro.

Weitere Verbesserungen durch das neue Gesetz

Weiterer Vorteil durch das Pflege-Neuausrichtungsgesetz, das unter dem Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) auf den Weg gebracht wurde: Auch die Kurzpflege wird bei dementen Patienten nun von der Pflegekasse teilweise übernommen. Mit nun acht Wochen wurde der Anspruch auf Kurpflege nun verdoppelt: Vorher waren es lediglich vier Wochen.

Mother reading night story to kid at homeJunge Geschichte der Pflegeversicherung seit 1995

Insgesamt hat sich in den vergangenen Jahren im Bereich der Pflegeversicherung vieles getan. Obwohl die Versicherung oft als unzureichend kritisiert wird, hat sich mit der 1995 eingeführten Versicherungspflicht vieles zum Besseren gewendet. Seit 2008 bekommen Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz 100 bzw. 200 Euro mehr im Monat, und für demente menschen wurden erst im Jahre 2013 die Leistungen wesentlich erweitert.

Kostenlose Pflegekurse

Dennoch, auch wenn die Finanzierung aller notwendigen medizinischen Maßnahmen gesichert ist: Um Pflegebedürftigen ein würdevolles Leben zu ermöglichen, muss noch viel getan werden. Und auch die Angehörigen sind oft überfordert. Hier stellt es eine große Hilfe dar, dass auch für demente Menschen mit Pflegestufe 0 nun eine Verhinderungs- und Kurzzeitpflege in Anspruch genommen werden kann. Die meisten Krankenkassen wie zum Beispiel die AOK bieten auch kostenlose Pflegekurse für ihre Mitglieder an.

älteres ehepaar lässt sich beratenEinstufung nach körperlichen Einschränkungen in 2015

Doch die Sachleistungen bzw. das Pflegegeld werden auch im kommendem Jahr immer noch weit unter dem sein, was die meisten dementiell erkrankten Menschen brauchen. Das Problem: Die Pflegestufen, nach denen sich auch der Betrag richtet, den die Pflegekassen letztendlich zahlen, definieren vor allem die körperlichen Einschränkungen der Betroffenen. Und auch eine Pflegezusatzversicherung hat meist diese drei bzw. vier Stufen als Grundlage. Demente Menschen müssen aber vor allem mit nachlassender geistiger Gesundheit leben

Mehr Pflegestufen ab 2017

Daher sollen ab 2017 auch die Pflegestufen neu organisiert werden, weshalb auch ein Beitragszuschlag von 0,2 Punkten fällig wird. Die neuen Aufteilung werden bereits seit 2006 diskutiert und ab 2012 noch einmal neu von Experten analysiert. Zur Zeit laufen Modellprojekte, und in drei Jahren soll es dann soweit sein: Fünf Pflegestufen soll es dann geben, psychisch bzw. geistig eingeschränkte Menschen sollen im Vergleich zu Heute besser berücksichtigt werden.

Über 250.000 Menschen gehen heute leer aus

Durch das neue Gesetzt sollen beispielsweise auch die rund 250.000 dementen Menschen, die jetzt noch leer ausgehen, Leistungen erhalten. Gutachter prüfen derzeit das System, um seine Fehler zu beseitigen. Um Voraussetzungen für eine bessere Pflege zu schaffen, sollen wesentlich mehr Pflegekräfte eingestellt werden. Aktuelle Daten weisen darauf hin, dass in Zukunft bis zu 500.000 Vollzeitstellen fehlen könnten – der Bedarf ist also groß.

Alarmierende ZahlenMan under rain holding umbrella

Die Zahlen zur Pflege sind alarmierend, wie das Magazin „Der Spiegel“ berichtet. So müssen Frauen in ihrem Leben mit 45.000 Euro an Kosten rechnen, die sie selbst für ihre Pflege tragen müssen. Bei Männern sind es 21.000 Euro, da sie eine geringere Lebenserwartung haben und daher
weniger oft im Pflegeheim gepflegt werden.

Über die gesamte Pflegezeit kommen Kosten zusammen, die sich viele nicht leisten können. Daher bekommen viele im Pflegeheim lebende Rentner Sozialhilfe. Ihr Anteil liegt konstant bei 30 Prozent. Und die Kosten für solche Einrichtungen werden immer höher. Der Anteil, der für die monatliche Zahlung selbst erbracht werden muss, ist dabei immer höher geworden. Demgegenüber stehen stetig sinkende Renten.

Pflegerisiko hoch, jeder zweite Deutsche betroffen

Schon 2050 soll die Zahlen an Pflegebedürftigen laut Expertenbericht bei 4,5 Millionen (Zum Vergleich: 2011 waren es 2,5 Mio.) liegen. Das Pflegerisiko liegt schon jetzt für jeden Deutschen bei etwa 50 Prozent. Bei durch demographische Faktoren tendenziell sinkenden Einnahmen des Staates muss man kein begabter Rechner sein um zu wissen, dass die gesetzliche Pflegeversicherung ähnlich wie die Rentenversicherung sehr bald an ihre Grenzen kommen wird.

Die wichtigsten Informationen im Überblick

Daher gehört die Pflegeversicherung zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Auf den folgenden Seiten finden sich zahlreiche Informationen zur gesetzlichen Versicherung und zur privaten Variante. Zudem eine Einführung in die wichtigsten Begriffe und eine Erklärung, nach welchen Kriterien die Leistungen ausgezahlt werden und wie die Antragstellung funktioniert.

Signature contratPersönlicher Test mit dem Vergleichsrechner

Zudem kann hier TÜV-geprüft mit einem einfachen Vergleichsrechner das beste Pflegeversicherungs-Angebot gefunden werden. Der Online Rechner erfordert nur wenige Eingaben – und liefert schnell, zuverlässig und unverbindlich einen Vergleich der besten Anbieter inklusive aller Testsieger. Mithilfe anerkannter Experten können Sie hier Ihren persönlichen Pflegeversicherung Test durchführen.

Pflegeversicherung 2014

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist eine der wichtigsten Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte. Die Leistungen der nach SGB XI für jeden Bürger verpflichtenden Versicherung reichen jedoch nicht aus, um alle Kosten zu decken – besonders an Demenz erkrankte Personen mit Pflegestufe 0 bräuchten wesentlich mehr Geld. Auch wenn es 2015 im vergleich zu 2014 mehr Leistungen von den Pflegekassen geben wird, ist eine private Pflegeversicherung um die Versorgungslücke zu schließen.

Quellen und Verweise:

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